Musik von Giacomo Meyerbeer wiederzuentdecken, ist, wie wertvolle Schätze zu heben. Seit 2013 beschäftige ich mich intensiv mit seinen Werken. Meyerbeer gilt natürlich völlig zu Recht als „Meister der Grand Opéra“, aber er ist so unglaublich viel mehr als das! Seine Lieder, seine Kammermusik oder auch seine sakralen Werke und Musik für festliche Anlässe haben es verdient, wieder in das Licht der Öffentlichkeit gebracht zu werden. Viel zu lange lagen sie im Dornröschenschlaf und sind doch ein ganz wichtiger Teil unserer Musikgeschichte. Sie erzählen etwas über den Umgang mit der menschlichen Stimme, sie zeugen von Freiheiten und Abhängigkeiten in der Art wie sie Widmungen tragen, Kadenzen bereithalten oder breiten sowohl den Musikern als auch ihrem Publikum weiche Teppiche aus.

Jedem Ausführenden wird die einzigartige Möglichkeit gegeben, sich selbst in diese Musik einzubringen; Meyerbeer wusste nicht nur viel über Gesang und Instrumente, sondern gab den Musikern in seinen Vertonungen viel Raum, ihren Persönlichkeiten und ihrem musikalischen und virtuosen Können Ausdruck zu verleihen.

Sein Umgang mit der Sprache ist außergewöhnlich, denn er verstand es, die Farbe jeder Sprache genau abzubilden und damit jedem Hörer ein Gefühl des „Zuhause Seins“ zu vermitteln.

Seine sakralen Werke sind geprägt von einer tiefen, in sich ruhenden Religiosität und gepaart mit einer großen Offenheit. Und auch hier misst er dem gesungenen Wort eine ganz große Bedeutung bei. Jede Dynamikbezeichnung zeugt davon, wie intensiv diese Musik sinnlich erlebbar sein soll.

-        Andrea Chudak

 

Andrea Chudak (Berlin), Sopran

Yuki Inagawa (Berlin), Klavier

David Jochim, Orgel

 

Dauer ca. 1 Stunde