„Die Mächte, die uns im Griff haben“ Gesprächsabende

Besessenheit in der Bibel

Wir alle kennen solche Aussprüche: „Da war ich wie besessen.“; „Da fühlte es sich an, als würde mein Körper mir nicht mehr gehorchen!“; „Was hat dich denn da gerade geritten?“ In Sätzen wie diesen drückt sich die Erfahrung aus, dass auch wir Christenmenschen nicht so frei sind, wie es im Gottesdienst so oft und gerne betont wird, sondern dass auch wir Zwängen und Einschränkungen unterliegen. Diese Zwänge können so stark werden, dass wir uns ihnen ausgeliefert fühlen und gar nicht anders können, als unser Denken und Handeln nach ihnen auszurichten. Eine Krankheit, die plötzlich das ganze Leben bestimmt. Politische und gesellschaftliche Umstände, die ein ganz bestimmtes Verhalten von mir verlangen. Das panische Rennen darum, immer noch mehr und das Beste zu haben, damit ich vor den Augen anderer bestehe.

Diese Erfahrungen spiegeln sich in einer Gruppe von biblischen Texten wider, die im gemeindlichen Kontext nur selten und wenn, dann meist mit einem unangenehmen Gefühl in der Magengegend behandelt werden: Den Besessenheitserzählungen der Evangelien. Versteckt hinter einer dem modernen rationalen Menschen fremden Vorstellungswelt finden sich in diesen Texten Geschichten von Menschen, die sich selbst vollständig verloren hatten. Und es sind auch Geschichten darüber, wie Gottes Licht die Dunkelheit dieser Menschen wieder erhellte.

An drei Abenden begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise in diese fremde Welt, die mich auch im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftigt hat. Wir werden Einblicke bekommen in eine der historisch wichtigsten Tätigkeiten Jesu, seine Exorzismen an bessesenen Menschen, und die dahinterstehenden Vorstellungen. Wir werden bekannte und unbekannte biblische Texte mit neuen Augen sehen und dabei hoffentlich auch Hoffnungsbotschaften für unsere Zeit entdecken.

Am letzten Abend widmen wir uns intensiv einer der wohl seltsamsten Exorzismuserzählung der Bibel: Der Austreibung einer Dämonengruppe am See Genezareth. Was steht hinter den vielen fremden Elementen der Erzählung? Was kann ein solcher Text heute noch für unseren Glauben sagen? Sehr viel sogar! Lassen Sie sich überraschen.

Ich freue mich auf ihr Kommen!